Eric Weiner

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Eric Weiner war Reporter für die New York Times und ist seit zehn Jahren Auslandskorrespondent für den amerikanischen Radiosender National Public Radio. Für seinen Sachbuch-Bestseller "Geografie des Glücks" hat er die glücklichsten Nationen der Welt besucht.

Herr Weiner, können wir angesichts allgemeiner Globalisierungstendenzen und neuer Kommunikationstechnologien heute leben und arbeiten, wo wir wollen?
Eric Weiner: Für Bewohner der reichen, entwickelten Welt gilt das sicher – wir haben mehr Wahlmöglichkeiten denn je, wo wir leben wollen. Allerdings machen nur relativ wenige Menschen davon Gebrauch.

Wird die Welt, wie der amerikanische Autor Thomas Friedman sagt, "flach", spielen also alle Nationen wirtschaftlich auf gleicher Augenhöhe mit?
Weiner: Dem stimme ich definitiv nicht zu. Die Welt ist nicht flach. Sie ist rund und wird jeden Tag runder. Kulturelle Unterschiede spielen immer noch eine Rolle, und ich würde argumentieren, dass neue Technologien diese Differenzen in mancher Hinsicht sogar verstärken, statt sie zu reduzieren.

Sollten mehr Menschen Ihrem Beispiel folgen und sich tatsächlich auf die Suche nach dem glücklichsten Ort der Welt machen?
Weiner: Nicht unbedingt. Mein Punkt war weniger zu sagen: Pack alles ein und ziehe zum Beispiel nach Island, denn dort wirst Du glücklicher sein. Man kann die Lehren von Island, Bhutan oder Thailand anwenden, ohne tatsächlich dorthin auszuwandern. Ich habe das Buch nicht für kulturell mobile Menschen geschrieben, sondern für Leser, die neugierig auf andere Kulturen, aber vielleicht selbst noch nicht so viel gereist sind.

Ein typisch amerikanisches Phänomen also. Aber auch Europäer lassen sich ja häufig von Beruf, Freunden, Familie und vielen Sachzwängen daran hindern, die Welt zu erkunden ...
Weiner: ... ahhh, die Anker des Lebens. Das sind gute Dinge – naja, zumindest die Freunde. Was Beruf und Familie angeht, bin ich mir nicht so sicher. Tatsächlich denke ich, mehr Menschen könnten auswandern, aber wir fühlen uns wie in einer Falle gefangen, also tun wir es nicht. Im Grunde ist das nur Furcht. Bloß, wie gesagt: Ich plädiere nicht für eine Art Massenmigration in die glücklichsten Länder der Welt. Schon weil sie nicht mehr so glücklich wären, würde jeder dorthin ziehen.

Im Rückblick: Welches der Länder, die Sie besucht haben, war für Sie das allerglücklichste? Und warum sind Sie nicht dort geblieben?
Weiner: Schwierige Frage, ich weiß nicht, ob ich sie beantworten kann. Island und Bhutan waren meine Lieblingsländer, würde ich sagen, obwohl es nicht die glücklichsten waren. Ich mag sie, weil sie sozusagen im Nirgendwo liegen. Sie folgen nicht den Regeln, die im Rest der Welt gelten. Dort leben möchte ich trotzdem nicht. Ich stelle mir gern vor, dass ich die Lehren von Island und Bhutan verinnerlicht habe.

Es macht den Eindruck, dass Ihnen bei der Suche nach dem glücklichsten Ort der Welt das Reisen selbst am meisten Spaß gemacht hat. Ist das der goldene Mittelweg – viel reisen, statt ganz auszuwandern?
Weiner: Stimmt, vorausgesetzt, dass man gut reist. Mit "gut" meine ich erstens: Alleine reisen, denn auf diese Art ist man verwundbarer. Zweitens sollte man lange an einem Ort bleiben, statt herumzuhüpfen. Drittens empfehle ich, Fünfsternehotels zu meiden.

Angesichts der Finanzkrise vermeiden viele Menschen jedes Risiko. Sollte es nicht gerade andersherum sein? Ist die Krise eine Gelegenheit, uns – vielleicht an einem anderen Ort – neu zu erfinden und glücklicher zu sein?
Weiner: Ja! Und ich glaube, das ist jene Seite der Finanzkrise, die nie beachtet wird: Sie bietet eine großartige Gelegenheit, unser Leben neu zu beginnen.

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Zitate aus Meconomy

»Die Wirtschaftskrise hat etwas Gutes. Sie ist so tiefgreifend und systemerschütternd, dass plötzlich Raum entsteht für Fragen: Wie haben wir eigentlich gelebt? Was war uns wichtig, was waren unsere Werte? Soll das so weitergehen? Und: Wie wollen wir eigentlich leben?«

— Claudia Voigt, Der Spiegel

»Gib den Menschen Kontrolle und wir werden sie nutzen. Tue es nicht und Du wirst uns verlieren.«

— Jeff Jarvis, Medientheoretiker

»Glauben Sie an das, was Sie tun? Jeden Tag? Es stellt sich heraus, dass glauben eine brillante Strategie ist. Immer mehr Menschen merken gerade, dass sie sehr viel arbeiten und dass es sehr viel befriedigender ist, an etwas zu arbeiten, an das sie glauben und Dinge zu bewegen, als einfach nur jeden Monat sein Gehalt zu bekommen und darauf zu warten, gefeuert zu werden (oder zu sterben).«

— Seth Godin, Management-Autor

Es gibt drei Wege, Meconomy zu kaufen – je nachdem, welches Format man bevorzugt:

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3) Wer das Buch als iPhone-App haben möchte, kauft es im iTunes Store oder schaut erst mal bei textunes (da gibt es auch eine Leseprobe). Vorteil bei diesem Format: der Kauf einer App geht blitzschnell und einfach, sie ist komfortabel zu bedienen und stellt den Inhalt sehr schön dar. Auch hier gibt es das farbige, animierte Cover.

Wichtig: Egal, welche Plattform, welcher Shop und welches Format – das Buch kostet immer 9,99 Euro. Und damit keiner doppelt kaufen muss: Wer mir seine iTunes-Rechnung mailt, dem schicke ich ganz unbürokratisch und umsonst auch das PDF zu (nicht aber andersherum und der Deal geht leider nicht im Zusammenhang mit dem EPUB).

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