GOODplace: Wo gibt es die Arbeitsplätze der Zukunft schon heute?

Ich habe Monika Kraus-Wildegger (Bild) im vergangenen Jahr kennengelernt, als ich auf auf einer Veranstaltung des Netzwerks Erfolgsfaktor Familie einen Vortrag gehalten habe. Sie erzählte mir voller Leidenschaft von ihrem Projekt: Einer Online-Plattform, auf der lebensfreundliche Arbeitsplätze entdeckt und bewertet werden können. Außerdem erzählte Sie mir davon, dass unter anderem mein erstes Buch sie dazu inspiriert habe.

Das fand ich natürlich schmeichelhaft, aber auch spannend, und ich bat sie um einen Gastbeitrag für mein Blog, in dem sie über die Plattform erzählen könnte, die sie tatsächlich inzwischen gestartet hat. Sie heisst GOODplace und lohnt einen Besuch. Wer mehr über Hintergründe und Entstehungsgeschichte wissen möchte, liest den folgenden Beitrag von Frau Kraus-Wildegger.

“Ich bin von Natur aus eine Entdeckernatur, das hat mich beruflich auch schon um die halbe Welt nach China, Hong Kong und Vietnam gebracht. Als Kind des zweiten Bildungswegs habe ich, nach einigen Arbeitsstationen in der IT, Volkswirtschaft studiert. Ich wollte die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen lernen. Besonders haben mich soziale, ökologische und ökonomische Fragen interessiert. Nachhaltigkeit wurde meine Leidenschaft.

In Asien habe ich Konzepte und Maßnahmen zur Verbesserungen von Arbeitsbedingungen in der Produktion für internationale Handelsunternehmen entwickelt. Zurück in Deutschland, stellte ich fest, dass auch hier Arbeitsbedingungen von angestellten Wissensarbeitern stark verbesserungswürdig sind. Gerade weil sich zwischenzeitlich meine Lebenssituation geändert hatte und ich eine Working Mom geworden bin.

Das hat schon angefangen mit der Suche nach einem Krippenplatz, für den ich am Besten schon vor der Geburt den Namen unseres Kindes auf die Warteliste hätten schreiben müssen. Nur gut, dass wir noch ein funktionierendes soziales Netz hatten.

In dieser Zeit habe ich von Markus Albers das Buch „Morgen komm ich später rein“ gelesen. Damit kam der Stein ins Rollen. Sein Verständnis von Smart Working als neue Arbeitsform deckt sich ziemlich genau mit meinen Vorstellungen vom zukünftigen Arbeiten. Zeitlich und räumlich flexibel zu arbeiten, Arbeiten und Leben nicht als zwei unvereinbare Welten zu betrachten, das spricht mir aus der Seele.

Dass das Auflösen von Grenzen zwischen Beruf und Freizeit nicht unerhebliche Gefahren birgt, liegt auf der Hand. Neue flexible Arbeitsformen erfordern von jedem Einzelnen einen hohen Grad an Selbstorganisation. Die Schattenseiten können Überforderung bedeuten, wie wachsende Burn-out Zahlen erahnen lassen.

Der Schlüssel zum Erfolg im Umgang mit den neuen Arbeitsformen liegt in der Entwicklung von Leitplanken und Best Practice-Beispielen. Das war meine Sternstunde! War ich doch auf der Suche mein Fachwissen zu Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen mit einem weiteren Zukunftsthema zu verbinden.

Im Sommer 2012 habe ich dann GOODplace gegründet, die Plattform für eine bessere neue Arbeitswelt. GOODplace ist aus einem Bündel hoch spannender, aber eben offener Fragen entstanden: Wie sehen Arbeitsplätze aus, die auf die veränderten Bedürfnisse, Werte und Lebenswirklichkeiten von Wissensarbeitern die richtigen Antworten haben? Und wo gibt es Arbeitsplätze der Zukunft schon heute? Dass es sie gibt, zeigen viele Vorreiter-Beispiele aus den verschiedenen Branchen. Nur wo können sie ohne größeren Suchaufwand gefunden werden?

Mit GOODplace habe ich den zentralen Ort rund um das Thema Arbeit und Leben geschaffen. Hier werden Arbeitsplatz-Projekte aus Unternehmen vorgestellt. Sie können von der Community kommentiert, geteilt und bewertet werden. Ein GOODplace-Projekt muss mindestens einer der Life-Friendly-Work Kategorien, die von GOODplace entwickelt wurden, angehören. Die besten Projekte werden mit dem GOODplace-Award ausgezeichnet, wobei die Community die Projekte für den Award nominiert. Die Gewinnerprojekte erlangen auf diese Weise den Status von „Wunsch-Arbeitsplätzen“. Was kann es besseres für ein Unternehmen geben!

Ein Unternehmen, das mit mehreren verschiedenen Projekten auf GOODplace vertreten ist, zeigt das es aktiver ist als andere Unternehmen. Darüber verschafft es sich einen echten Wettbewerbsvorteil bei Talenten und gewinnt an Glaubwürdigkeit. Das Ziel, das ich mit GOODplace erreichen will, ist Angebot und Nachfrage nach lebensfreundlichen Arbeitsplätzen zu steigern für eine bessere neue Arbeitswelt. Frei nach dem Motto: die Zukunft machen wir selber! Dazu braucht es viele, viele Menschen – auf neudeutsch eine Community.

Mein Appell an alle Interessierten, Jobsuchenden, Orientierungssuchenden, Auszeitnehmenden, Wiedereinsteiger und Neueinsteiger: Werdet Teil der GOODplace-Community und gestaltet eine neue Arbeitswelt mit. Werdet ein Fan von uns und folgt uns auf Twitter. Schickt uns ein Foto oder Beschreibung von deinem Arbeitsplatz der Zukunft! GOODplace ist die weltweit erste Plattform, auf der lebensfreundliche Arbeitsplätze entdeckt und bewertet werden können.”

Soweit der Gastbeitrag von Monika Kraus-Wildegger.

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