Die Meconomy in der Praxis – Gastbeitrag Nummer 3

In meiner losen Reihe von Gastbeiträgen, in denen Leser berichten, wie sie ihre eigene Meconomy entdeckt und umgesetzt haben, schreibt heute Christian Dingler (Bild), der sich mit einer freien PR-Beratung selbständig gemacht hat. Danke, Christian!

“Eigentlich hätte es mir schon länger klar sein müssen, dass ich irgendwann einmal selbständig bin. Im Rückblick weist meine gesamte recht fragmentierte Erwerbsbiografie in diese Richtung. Dennoch brauchte ich erst einmal Meconomy, um den Schritt zu gehen. Oder genauer: Meconomy beseitigte die letzten Zweifel. Und: Der Schritt hat sich gelohnt.

Ich bin klassischer Quereinsteiger in der Unternehmenskommunikation: Jurastudium, Referendariat und zwei Staatsexamen. Danach habe ich in Hotelküchen gejobbt, auf Weihnachtsmärkten Currywürste verkauft und in mehreren PR-Agenturen beraten, geschrieben und Projekte geleitet. Zuletzt in einer der größten deutschen PR-Agenturen für Wirtschaft, Finanzen und Politik. Bis Lehman Brothers zusammenbrach und mein Arbeitgeber binnen kurzer Zeit drei große Kunden und damit ein Viertel der Mitarbeiter verlor. Unter anderem mich.

Mit dem Gedanken der Selbständigkeit hatte ich da schon länger gespielt. So richtig überzeugt war ich allerdings noch nicht. Außerdem – so dachte ich – so ein Schritt will vorbereitet sein. Also bewarb ich mich im tiefsten Loch der Krise weiter. Zum Zeitvertreib las ich Meconomy. Noch während der Lektüre hatte ich zwei Anrufe der Sorte „Sag mal, willst Du das Projekt nicht als Freier bei uns betreuen?“ Ohne groß nachzudenken und unter Eindruck dessen, was ich bei Markus Albers gelesen hatte, sagte ich zu.

Seither arbeite ich nun als freier Kommunikationsberater: betreue Startups bei der Öffentlichkeitsarbeit, konzipiere und schreibe Unternehmensmedien und erkläre in Seminaren wie man auch ohne großes Budget und viele Mitarbeiter eine professionelle Kundenzeitschrift aus der Druckerpresse laufen lässt. Soweit nichts anderes als ich auch die Jahre zuvor auf Agenturseite gemacht habe. Und doch mit Unterschieden im Detail, die für mich den Unterschied machen.

Ich arbeite weniger. In Agenturen hat man schräge Arbeitszeiten. Die kommen meist nicht daher, dass zu wenige Menschen für zu viel Arbeit da sind, sondern dass zu viele Menschen anderes machen als Ihre Arbeit. In Meetings sitzen zum Beispiel. Oder Entwürfe korrigieren, nicht weil der Entwurf schlecht wäre, sondern weil man die eigene Position als Head of Irgendwas rechtfertigen muss.

In der Selbständigkeit hingegen gibt es nur noch einen Maßstab. Die Kundenmeinung. Die mag zwar manchmal gnadenlos sein, ist aber immer einfacher anzunehmen als unverständliche Anmerkungen eines Vorgesetzen. Meistens ist Kritik von Kunden nämlich stichhaltiger als die von Vorgesetzen. Traurig, aber in der Agenturbranche häufig die Wahrheit.

Ich habe mehr Spaß. Das wichtigste überhaupt. Ohne genau sagen zu können, woran es liegt, bin ich seit der Gründung keinen einzigen Tag ohne Spaß an der Sache zur Arbeit gegangen. Selbst im größten Stress nicht.”

Soweit der Gastbeitrag von Christian Dingler

1 Kommentar

  1. ironschroedi sagt:

    Da könnte ich doch glatt auch eine MeConomy Geschichte schreiben. Wo kann ich mich dazu melden?

    Mario

Kommentieren